Inkasso, was Inkasso bedeutet, leitet sich vom italienischen Wort incasso ab, was „Eingang“ und „Einziehung“ bedeutet, und wiederum vom italienischen Verb incassare, was „Geld einziehen“ oder „einkassieren“ bedeutet. In diesem Zusammenhang ist es möglich, den Begriff Inkasso als das Inkasso von Geldforderungen zu verstehen, die im eigenen Namen oder im Namen eines anderen bezahlt werden müssen. 

Im Bankgeschäft bedeutet Inkasso den Erwerb von Wertpapieren (wie Konnossemente) oder Zahlungsmittel (wie Schecks oder Wechsel) vom Bankkunden durch Kreditinstitute und deren Übermittlung an den Emittenten oder den Schuldner. Das Inkasso ist Bankgeschäft im Sinne des § 1 Abs. 1 Nr. 9 KWG. „Bargeldloser Scheckeinzug“ ist definiert als „Zahlung von Kredit- und / oder Kreditkarten- / Scheckzahlung in bargeldloser elektronischer Form“ und „Wechseleinzuggeschäft“. 

Einfaches Inkasso 

Das Inkasso von Zahlungsdokumenten wie automatischen Zahlungen, Schecks, Wechseln, Zins- und Dividendenscheinen sowie fälligen Schuldverschreibungen ist das Inkasso von Kreditinstituten. 

Bei der Nachnahme liegt ebenfalls ein Inkasso zugrunde. Nach § 422 HGB ist im Frachtgeschäft anzunehmen, dass der Rechnungsbetrag in bar oder in Form eines gleichwertigen Zahlungsmittels einzuziehen ist, wenn die Vertragsparteien vereinbart haben, dass das Frachtgut nur gegen Einziehung einer Nachnahme an den Empfänger abgeliefert werden darf. Dabei tritt der Frachtführer als Inkassostelle auf. 

Dokumenteninkasso 

Beim Dokumenteninkasso handelt es sich um den Zahlungseinzug von Kreditinstituten auf Grundlage von Handelspapieren oder einer Kombination von Handels- und Zahlungspapieren. 

Dokumenteninkasso im Außenhandel ist eine Zahlungsbedingung, bei der Dokumente an den Importeur übergeben werden, der verpflichtet ist, in Zusammenarbeit mit Kreditinstituten gegen Zahlung zu zahlen, oder an den Exporteur, der die Zahlung als Gegenleistung für die Annahme von Wechseln erhält. Die Interessen beider Handelspartner sind bei der vertraglichen Abwicklung der Zahlung und bei einer vertraglichen Lieferung ausgeglichen. 

Im Kaufvertrag zwischen dem Exporteur und dem Importeur gilt die Zahlung über Inkasso zunächst als Zahlungsbedingung. Der Exporteur legt der Bank die Begleitdokumente als Inkassodokument vor. Anschließend erteilt er der Bank einen Inkassobefehl. Diese Dokumente sind normalerweise: 

  • Ursprungszeugnis 
  • Handelsrechnung 
  • Frachtschein 
  • Zollrechnung 
  • Versicherungspolice 

Inkassounternehmen 

Wird die Einziehung fremder Forderungen als eigenständiges Geschäft betrieben, liegt eine erlaubnispflichtige Rechtsdienstleistung vor. Ausgenommen davon sind Nebenleistungen, die im Zusammenhang mit einer anderen Tätigkeit stehen. 

Beim Einzug im eigenen Namen handelt es sich nur dann um ein Inkasso, wenn nach der Zession der Forderungserwerber (Zessionar) den Erlös an den Alt-Gläubiger (Zedent) abführt. Es liegt dann entweder eine Inkassozession auf Grundlage eines Geschäftsbesorgungsvertrages mit Dienstleistungscharakter vor oder wenn im Rahmen der Finanzierung durch unechtes Factoring der Forderungserwerber (Factor) nicht das volle wirtschaftliche Risiko der Beitreibung der Forderung des Alt-Gläubigers (Kunde) übernimmt. Die Inkassozession ist eine Abtretung lediglich zu dem Zweck, den neuen Gläubiger (Zessionar) zur Einziehung der Forderung zu legitimieren. Gegenüber dem Schuldner hat der Zessionar die vollen Rechte des Gläubigers, gegenüber dem alten Gläubiger (Zedent) ist er bloß Auftragnehmer, der zur Herausgabe des Erlöses an den Zedenten verpflichtet ist; es gilt Auftragsrecht. 

Eine weitere Form ist die Inkassovollmacht, die den Bevollmächtigten lediglich ermächtigt, Forderungen für den vollmachtgebenden Gläubiger vom Schuldner im eigenen Namen einzuziehen. 

In Deutschland müssen Inkassounternehmen im Rechtsdienstleistungsregister (RDG) eingetragen sein. 

Aufgaben der Inkassounternehmen 

 Die Aufgaben der Inkasso-Unternehmen basieren auf klassischen Kreditmethoden. Im Allgemeinen sind die Aufgaben eines Inkasso-Unternehmens wie folgt: 

– Vorgerichtliches Inkasso 

Das Eintreiben von Forderungen, die dem Schuldner gemeldet und in Verzug gebracht wurden (Verzögerung bei der Zahlung der Schuld), aber rechtlich noch nicht strafrechtlich verfolgt wurden (kein Gerichtsverfahren und kein Vollstreckungsbeschluss) 

– Anwendung auf das Strafverfolgungsverfahren und Erhalt eines Vollstreckungsbefehls 

– Einzug von Forderungen mit Ausführungsauftrag 

– Insolvenzmeldung der Schuldner 

– Beratung zum Schulden- und Forderungsmanagement 

– Glaubwürdigkeitsprüfungen der Kreditnehmer 

– Kauf von Forderungen 

– Follow-up-Verfahren 

Kunden*innen 

Insbesondere Branchen mit einer großen Anzahl von Kunden*innen wie Versandhandel, Telekommunikation, Energieversorgung, Banken oder Versicherungsunternehmen geben Inkassounternehmen eine Provision. Darüber hinaus können Inkassounternehmen von kleinen Unternehmen, Handwerkern und Privatpersonen beschäftigt werden.